UNESCO WELTERBE IN DER TÜRKEI

BERGS NEMRUT

Der geschichtlich als “nächstgelegener Ort zum Thron des Zeus am Himmel” definierte Berg Nemrut wurde am 11. Dezember 1987 in die Liste der Weltkulturerben von UNESCO aufgenommen. Der Berg Nemrut befindet sich im Landkreis Kahta der Stadt Adıyaman und ist ein vulkanischer Berg mit 2.150 Meter Höhe. Das Königreich der Kommagene, was griechisch so viel bedeutet wie «Gattungsgemeinschaft», die die Glaubensrichtungen, Kulturen und Traditionen der persischen und griechischen Zivilisationen integriert, hinterließ wichtige archäologische Überreste auf dem Berg Nemrut.

Der durch UNESCO als Kulturschutzgebiet des Bergs Nemrut in die Liste der Welterben aufgenommene Berg Nemrut stellt mit den Gebilden der Kommagene-Kultur in seinem Umfeld einen der bedeutenden Nationalparks der Türkei dar. Die riesigen Skulpturen und der Tumulus auf dem Berg Nemrut, Arsameia (Alte Burg), Yeni Kale (Neue Burg), der Karakuş-Tumulus und die Cendere-Brücke befinden sich innerhalb der Grenzen des Nationalparks Nemrut, der über eine Gesamtfläche von 13.827 Hektar verfügt.

Der Kommagene-König Antiochos Theos hat 62 v.Chr. auf diesem Berggipfel neben zahlreichen Statuen vieler griechischer und persischer Götter seine eigene Grabstätte (Antioches-Tumulus) erbauen lassen. Das Grab ist wie der Kopf eines Adlers mit Steingravierungen der Götter versehen. Die Aufreihungsweise der Skulpturen ist bekannt unter dem Begriff Hierothesion. Auf der östlichen und westlichen Terrasse befinden sich zuzüglich zu den Statuen von Antiochos und verschiedenen Göttern und Göttinnen auch Löwen- und Adler-Skulpturen. Auf der Westterrasse befindet sich ein einzigartiges Löwenhoroskop. Gebildet sind die Skulpturen in einem Gemisch hellenistischer und persischer Kunst und der spezifischen Kunst des Kommagene-Landes.

Nemrut’s Geschichte: Die KOMMAGENE-KULTUR Um das Geheimnis der seit zweitausend Jahren auf 2150 Meter Höhe den Sonnenaufgang und Sonnenuntergang beobachtenden Riesenskulpturen lösen zu können, war es unbedingt notwendig, die Kommagene-Kultur zu entdecken. Das unter der Führung des jungen Wissenschaftlers Otto Punchtein durch die Königsakademie zur Durchführung weiterer Forschungen auf den Berg Nemrut versandte Team arbeitete am Tumulus auf dem Gipfel des Nemrut und an den Riesenstatuen und verschiedenen Reliefs auf den Terrassen an der Ost- und Westseite des Tumulus. Punchtein, der nach langen Studien die griechische Inschrift gelöst hatte, entdeckte, dass diese Werke der Kommagene-Kultur angehörten und durch den Kommagene-König Antiochos I erbaut wurden. Die die Worte des Antiochos wiedergebende Inschrift enthält das Geheimnis des Berges Nemrut und die Antiochos-Gesetze.


Die zur Entdeckung der Kommagene-Kultur durchgeführten Ausgrabungen wurden außer auf dem Berg Nemrut auch in Arsameia, Samsat und im Becken des Euphrat durchgeführt. Die bei den in diesen Regionen durchgeführten archäologischen Ausgrabungen festgestellten beweglichen Gegenstände wurden werden in Museen aufbewahrt, während die restlichen Gegenstände im Nationalparkbereich unter Schutz stehen.


Kommagene, was aus dem Griechischen stammt und so viel wie «Gattungsgemeinschaft» bedeutet, ist ein mächtiges Königreich, das passend zu seinem Namen Glauben, Kultur und Tradition der griechischen und persischen Kulturen vereint. Das antike Kommagene-Königreich an der Kreuzung verschiedener Straßen im Taurusgebirge befand sich auf den fruchtbaren Böden, die umgrenzt waren durch den Norden Syriens, Hatay und Pınarbaşı, das nördliche Taurusgebirge und im Osten durch den Euphrat. Durch die Höhlen und den archäologischen Funden ist nachvollziehbar, dass das Kommagene-Land, das für Landwirtschaft und Viehzucht äußerst geeignet ist und sich innerhalb der wirtschaftlich äußerst bedeutsamen Zedernwäldern befindet, seit den frühesten Zeiten bereits als Wohngebiet zum Einsatz gekommen war.

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