UNESCO WELTERBE IN DER TÜRKEI

HATTUSA - BOGAZKALE

Die Hethiter waren eine der Gro§mŠchte des Alten Ostens, wie €gypten, Babylon und Mitanni. Sie beherrschten einen gro§en Teil Anatoliens bis ca. 1200 v. Chr. und gelegentlich auch Nordsyrien. Die Hauptstadt dieses Imperiums, Hattu?a, liegt 80 Kilometer sŸdwestlich von ‚orum im Bezirk Bo?azkale. Seit dem Jahre 1986 steht Hattu?a auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste und erhielt im Jahre 1988 den Status Historischer Nationalpark. WŠhrend des Hethitischen Reiches (14. Jahrhundert v. Chr.) war die Stadt von einer etwa sechs Kilometer langen Stadtmauer und in bestimmten AbstŠnden hohen TŸrmen umgeben. Zu den verschiedenen Vierteln der Stadt konnte man durch die sich in der Stadtmauer befindenden monumentalen Tore gelangen. Die bis heute im guten Zustand erhaltenen wichtigsten Tore sind das Lšwentor, mit seinen Lšwen-Skulpturen auf der Aussenseite und das Kšnigstor, welches in der Innenseite eine bewaffnete Gottheit darstellt.

Hattu?a wurde im Jahre 1834 vom franzšsischen Architekten Charles Texier entdeckt. Bis Ernest Chantre in den Jahren 1893-94 mehrere Sondierungen machte und die ersten genagelten Tafeln veršffentlichte war Hattu?a auch Reiseziel vieler Gelehrten und Wanderer. Im Jahre 1906 beginnt der Museeumskonservator, Theodor Makridi, mit UnterstŸtzung von Osman Hamdi Bey, dem Direktor des Museums MŸze-i HŸmayun, mit den ersten grossen Ausgrabungen; er involvierte den Assyrischen Gelehrten Hugo Winckler, der in dieser Zeit Spezialist fŸr Keilschriften war; sie fanden heraus, dass dieser Ort die Hethitische Hauptstadt Hattu?a war. Die Ausgrabungsarbeiten wurden zwischen 1931-39 wegen dem Zweiten Weltkrieg unterbrochen und im Jahre 1952 vom Deutschen ArchŠologischen Institut wieder aufgenommen und ununterbrochen fortgefŸhrt.


Die ersten Spuren von Menschen stammen aus der Steinzeig [Chalkolithikum] (5000 v. Chr.). Der Beginn von festen Ansiedlungen erfolgte gegen Ende des Šlteren Bronzezeitalters (3000 v. Chr.). Hattiler, die Ureinwohner der Region, grŸndeten hier eine Stadt und gaben ihm den Namen Hattusch. Im 20. Jahrhundert v. Chr. grŸndeten assyrische Kaufleute aus der mittleren Region von Dicle ein Karum (eine Handelskolonie), gleich au§erhalb neben der Hattier-Siedlung. In diesen Jahren verbreiteten sich die assyrischen Handelskolonien, unter der Leitung von Kani? / Ne?a (heute KŸltepe bei Kayseri) nach SŸdost- und Zentralanatolien. Diese Siedlung, namens Hattusch, wurde etwa 1700 v. Chr, vom ersten Hethitischen Kšnig Anitta aus Ku??ara, zerstšrt.

Von den Schriften auf den Gesteinen [Yazõlõ Kayalar] ist zu erkennen, dass durch den Herrscher I. Hattuschili (1640-1665v. Chr.), die Stadt Hattuscha die Hauptstadt der Hethiter wurde. WŠhrend des Hethitischen Reiches, also im 14. und 13. Jahrhundert v. Chr., wurde um die Stadt herum eine etwa sechs Kilometer lange Aussenmauer/Festung gebaut. Um die Stadt vor Angriffen besser verteidigen zu kšnnen wurde spŠter eine zweite Mauer vor diese Mauer gebaut. Die meisten der monumentalen Stadttore dieser neuen Stadtmauer wurden so robust gebaut, dass sie bis heute unversehrt bleiben konnten. Im SŸdwesten befinden sich die wichtigsten Tore; das Lšwentor, mit seinen Lšwen-Skulpturen auf der Aussenseite und das Kšnigstor, wo in der Innenseite eine ÔÕbewaffnete GottheitÕÕ eingemeisselt wurde. Am sŸdlichen Ende der Stadt befindet sich das ÔÕLoch am BodenÕÕ-Tor. Dieser kŸnstlich aufgeschŸttete Wall ist 250 Meter lang, 80 Meter breit und 35 Meter hoch. Ca. in der Mitte dieses Walles befindet sich das Sphinxtor. Dirket unter diesem Tor befindet sich der einzigste Tunnel (Potern) von Hattuscha, den man auch heutzutage noch durchlaufen kann. Durch den Tunnel, der 71 Meter lang und 3 Meter hoch ist, gelangt man nach aussen


Die Ausgrabungen, die in den letzten Jahren in Hattuscha gemacht wurden, beleuchten uns Ÿberwiegend Ÿber die Stadt und sogar Ÿber die wirtschaftliche Situation des Hethitischen Reiches. Im 13. Jahrhunder v. Chr., wŠhrend der Kaiserzeit, wurden in der Stadt innerhalb der Burg BŸyŸkkaya bis zu 11 grosse unterirdische Getreidesilos gefunden. Mit dem Fall des Hethitischen Reiches unmittelbar nach 1200 v. Chr. endet die anatolische Bronzezeit. Die Historie der Ansiedlungen der Stadt Hattuscha geht jedoch weiter. Anfang des 12. Jahrhunderts v. Chr. begannen neue Siedlungen zu entstehen, die auf die FrŸheisenzeit basieren,; sie entwickelten sich zu einer Provinzstadt im 8. Jahrhundert v. Chr.., die den Einfluss der Phryger wiederspiegelte. Die Besiedlung setzte sich in der persischen Zeit fort. Es gibt ebenfalls Spuren von Hellenistischen, Galatischen, Ršmischen und Byzantinischen Siedlungen.

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